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Sonntag, 11. Mai 2008

Texas Holdem Poker - Flop Seen Strategie

Die Flop Seen Strategie ist eine, speziell für Anfänger und leicht fortgeschrittene Pokerspieler, sehr wichtige Pokerstrategie.

Flop Seen Rate – wie oft jemand zumindest so lange in der Hand bleibt, bis der Flop gegeben wird (also wie oft man einen Flop sieht UND noch in der Hand ist).

Sie werden sehen, wenn Sie nachfolgende Strategie Tipps beachten, kann das Ihr Spiel sehr zum Positiven beeinflussen.

Meine Flop Seen Rate versus Table Flop Seen Rate:

Meine Flop Seen Rate gibt in Prozent an, wie viele Hände Sie mindestens bis zum Flop in der Hand geblieben sind (also nicht Pre-Flop gepasst haben).

Table Flop Seen Rate gibt in Prozent an, wie viele Spieler mindestens bis zum Flop in der Hand geblieben sind (also nicht Pre-Flop gepasst haben).

Das sind zwei sehr wichtige Kennzahlen im Poker – und online ganz leicht zugänglich!



Die 4 Punkte der Flop Seen Strategie:

Punkt 1:
Ist die Table Flop Seen Rate kleiner als 20%, dann handelt es sich um einen tighten Tisch. Versuchen Sie auf solchen Tischen regelmäßig die Blinds zu stehlen.
Sollten Sie ein eher looser Spieler sein und Ihre Taktik auf so einen Tisch funktionieren – dann schlagen Sie voll zu. Achtung! Seien Sie auf Tischen mit tighten Spielern extrem vorsichtig mit Re-Raises! Diese Jungs spielen nur wenn sie Monster haben.

Punkt 2:
Ist die Table Flop Seen Rate größer als 35%, dann sollten Sie tighter spielen und eine persünliche Flop Seen Rate von rund 20% anpeilen. Sie werden für Ihre Monster und Hidden Monster immer genügend Action bekommen. Spielen Sie sehr aggressiv und hüten Sie sich vor Calling Stations.

Punkt 3:
In Ring Games werden Ihre Gewinnchancen mit steigender Table Flop Seen Rate ebenfalls steigen – suchen Sie Tische mit über 35% Flop Seen Rate. Selbst spielen Sie natürlich mit 20% oder kleiner!

Punkt 4:
Die obigen Flop Seen Raten sind natürlich nicht in Stein gemeißelte Werte, sondern müssen dynamisch mit der Anzahl der Gegner angepasst werden.
Umso weniger Spieler, umso mehr Flops sollten Sie sehen – denn weniger Spieler bedeutet, dass sich die Anforderungen an Ihre Hole Cards ebenfalls verringern.

Hier eine Formel zum Berechnen der optimalen Flop Seen Rate:
Flop Seen Rate = 20% + (10 – Anzahl der Spieler)*5%

Und damit Sie nicht immer den Taschenrechner zücken müssen – hier eine Tabelle:

10 Spieler - 20%
9 Spieler - 25%
8 Spieler - 30 %
7 Spieler - 35%
6 Spieler - 40%
5 Spieler - 45%
4 Spieler - 50%
3 Spieler - 55%
2 Spieler - 60%

Liegt Ihre persönliche Flop Seen Rate unter dem berechneten Wert, dann bedeutet das, dass Sie sehr tight spielen – achten Sie darauf, dass Sie die Blinds nicht auffressen bzw. zu oft gestohlen werden, und, dass Sie nicht zu leicht zu durschschauen werden wenn Sie nur Monster spielen.

Liegt Ihre persönliche Flop Seen Rate über dem berechneten Wert, dann bedeutet das, dass Sie sehr loose spielen. Wenn Sie damit erfolgreich sind – okay.
Aber auf längerer Sicht ist es sehr wahrscheinlich besser etwas tighter zu spielen.
Die erfolgreichsten Texas Holdem Spieler bewegen sich in einem Bereich zwischen 20% - 25% Flop Seen Rate bei einem 9 – 10 Spieler Tisch.

Slow Play in Texas Holdem Poker

Jedes Mal nachdem wir uns gegen Slow Play ausgesprochen haben, erreichten uns E-Mails die uns - freundlich ausgedrückt - darauf hinwiesen, dass es sehr wohl Situationen gibt, in denen Slow Play die erste und beste Wahl aller Spielzüge ist.

Und natürlich hatten unsere Leser recht - ja, es gibt einige wenige Situationen, in denen Slow Play ein extrem wichtiger und powervoller Spielzug ist.

Auf diese Slow Play Situationen wollen wir nun näher eingehen.

Vorweg jedoch, wollen wir nochmals darauf hinweisen, dass beim Slow Play immer die Gefahr besteht, dass der Gegner nicht wettet und umsonst eine Gemeinschaftskarte bekommt, die ihm oft die Gelegenheit gibt sich entscheidend zu verbessern!

Für uns ist Slow Play vor allem nach dem Flop (Post-Flop) ein sehr wichtiger Spielzug. Hier wird Slow Play zum umgekehrten (reverse) Bluff - man täuscht eine schwache Hand und keine starke vor, um den Gegner zu einem weiteren Einsatz zu verleiten.

Hier ein paar Grundsätze für Slow Play:

  • Spielen Sie slow gegen loose-aggressive Gegner - bei diesen Spielern ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, dass sie mit einer Wette auf Ihre vermeintliche Schwäche reagieren.
  • Spielen Sie nicht slow gegen tight-passive Gegner - diese wetten so gut wie nie mit einer mittelprächtigen Hand.
  • Am besten funktionieren Bluffs gegen wenige Gegner - das gilt auch für Slow Play! Das gilt natürlich nicht, wenn Sie die Nuts haben - also sowieso nicht mehr geschlagen werden können.
  • Spielen Sie Slow nur mit guten, besser noch, nur mit sehr guten Karten - denn Sie müssen notfalls damit am Showdown gewinnen!

Folgende Post-Flop Hände eigenen sich ganz hervorragend für Slow Play:

  • Ein Full House oder 4 of a Kind (Vierling) muss slow gespielt werden! Es ist extrem unwahrscheinlich, dass irgendein Gegner ein noch stärkeres Blatt hat.
  • Flush und Straight sind ebenfalls Slow Play Kandidaten erster Güte. Idealerweise Nut-Flushs und Nut-Straights - bei allen anderen passen Sie bitte höllisch auf, dass niemand anderer vielleicht noch eine bessere Straight oder Flush machen kann.
  • Ein Drilling kann ebenfalls sehr gut geeignet sein, wenn das Board keine Straight oder Flush Möglichkeit bietet. Die Wahrscheinlichkeit, dass Sie mit Ihrem Drilling gegen einen besseren Drilling verlieren ist zum Glück sehr klein.
  • Zwei Paare empfehlen wir generell nicht slow zu spielen - die für uns einzige Situation die Slow Play mit zwei Paaren rechtfertigt ist, wenn Sie Top Tow Pair haben. Alle anderen Two Pairs sind sehr leicht verwundbar und für uns nicht slow spielbar.
  • Top Pair ist generell kein Kandidat für Slow Play! Einzige Ausnahme die uns einfällt ist, AK auf der Hand und ein Rainbow Board (3 verschiedene Farben) mit z.B.: K 8 2
    Hier halten Sie Top Pair und haben den besten Kicker. Dank des Asses in der Hand sind Sie auch dann noch gut abgesichert, wenn ein Ass am Turn oder River kommen sollte.

Generell gibt es nur einen wirklichen Grund Slow zu spielen - die Chance einen grösseren Pot als mit aggressiven Spiel zu gewinnen!

Wenn Sie sich nicht sicher sind, dass Slow Play ganz klar lukrativer ist, dann sollten Sie es bleiben lassen und Value Bets platzieren!
Besonders in Turnieren sollten Sie sich Slow Play einmal mehr als sonst durch den Kopf gehen lassen - bedenken Sie in frühen Phasen von Turnieren immer, dass es in erster Linie ums Überleben geht!

Slow Play heißt aber nicht, dass Sie in dieser Hand überhaupt nicht wetten, sondern dass Sie eine schwache Hand vortäuschen.

Stellen Sie sich folgende Situation auf einem relativ loose-aggressiven Tisch vor:

Ihre Hole Cards:

Sie wetten Pre-Flop, zwei Gegner callen und der Flop wird gedealt:

Yes! Ein Nuts-Flush!

Jetzt wetten Sie erneut. Sie machen eine scheinbar lehrbuchmäßige Continuation-Bet mit einem Drittel des Pots.
Am Turn checken Sie dann nur, um so die Illusion zu untermauern, dass Ihre Flop Wette tatsächlich nur eine Continuation-Bet und nichts anderes war.
Am River wird der verbliebene Gegner dann voll in Ihr offenes Messer laufen und Sie kassieren einen richtig fetten Pot!

Bedenken Sie immer, Slow Play ist eine Form des Bluffens.
Setzen Sie es immer nur dann ein, wenn obige Voraussetzungen gegeben sind und Sie sich ganz sicher sind mit Slow Play noch grössere Pots als mit aggressiven Spiel gewinnen zu können!